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Gedichte

DIE HÜTER

DIE HÜTER

Wieder und wieder

stiegen wir nieder

in menschlicher Mutter gebärenden Schoß.

Und manchmal fragten sich staunende Augen

"Was, zum Himmel, mach ich hier bloß"

Fremd uns schien die dichte Welt,

doch waren wir hier hin gestellt,

um Hoffnung zu bringen den Menschen.

So starben wir in Körper hinein,

erfuhren Trennung, Liebe und Pein

Zuweilen hat die Angst uns erstickt

und Willkür uns ins Verderben geschickt.

Der Auftrag der Seele war sternenklar

und wird am Ende der Reise wahr:

Im Fleisch zu gebären das reine Herz,

die Fesseln zu lösen aus Angst und aus Schmerz,

bis am Ende des Tages, wenn verstrichen die Frist

der göttliche Mensch geboren ist.

Lang war die Reise, beschwerlich der Weg

und wenn auch die Kraft dem Ende zu geht

so leuchtet darüber ein heller Stern

der in Liebe bewacht, was uns scheint noch fern.

Dort wo die Zeit zu Ende geht,

der Wind der zeitlosen Ewigkeit weht

wird unsere Erfüllung sein-

und wir der Welt und uns verzeih'n

was uns derweil erworden ist

Ein glücklich Sein stets Leid vergisst.

Was nun sich gebiert

ist die Wirklichkeit,

frei von Trennung, Hass oder Leid.

Die Kräfte des Chaos sind Diener nur

um zu weisen den Weg, im Ziehen der Spur,

die sichtbar ins Verderben führt.

So ist die Zeit des Sprungs gekommen,

Es weichen die Nebel vor keimender Saat

Noch sind viele sehr beklommen

doch jetzt erfolgt die Heldentat:

Der Mensch streift seine Masken ab,

und entsteigt dem ihm bereitet' Grab

Er wird sich seiner selbst gewahr

und wie ein ewig Liebespaar

gehen Körper und Seele nun Hand in Hand.

Verschwunden ist der Kriegsverband

ersetzt von strahlend, hellem Licht,

das Angst und Trauer ewig bricht.

Wir nun, werden nicht mehr geboren

in menschlicher Mutter gebärenden Schoß

doch werden wir weiter der Erde dienen

und ihren Geschöpfen, klein oder groß.



Schnee liegt

über den Wäldern

der Kindheit

Liebe schmilzt

die Ränder der Zeit

Kristalle fallen

aus himmlischer Hand

und regnen die Stille

aufs träumende Land

Gestern und morgen

im Heute geeint

Endlich gefunden

was verloren gemeint

Pfade, die waren

Pfade, die weichen

Ein Weg, der erst im Sein erwird

und leuchtend sich

in jedem Jetzt

liebdurchflutet neu gebiert.

Samensäend aus dem Herzen

freuderfüllt und sternbewacht

lichten Nebel sich und wachsen

Blüten aus der weissen Pracht.


Wir gehen-

ich weiss nicht wohin

wir kommen-

ich weiss nicht woher.

Wir leben im Hier

und im Jetzt.

Keine Frage

stört den Fluss.

Liebe fragt nicht

nach Sinn.

Wir brechen auf.

Es bricht auf

in uns-

durch uns-

und mit uns.

Seelen wandern,

Herzen finden.

Weiter geht die Reise

still und leise

reiche ich meine Hand

und hoffe

dass eine andere Hand

die meine umfängt

und selbst

wenn die Hand

ins Leere greift,

liegt in der Leere

die Fülle,

mir zugedacht

jetzt.

Tage des Glücks-

Tage der Tränen

Willkommen hier-

Abschied dort

Regenbogengleich

sind wir

die Boten des Übergangs.

Alte Gesetze

verlieren sich

in der verlorenen Zeit.

Alles ist jetzt.

Alles ist hier.

Alles ist gut.


"Alles ist gut", sagt der Horizont, in der Einfachheit uns findend. "Alles ist hier, alles ist jetzt, alles ist gut."

Manchmal verstummt das herzliche Flüstern und wieder fängt der Zweifel uns ein. Betäubender Lärm gedachter Gefühle, angstbestimmtes Wollen, achtloses Getriebensein reichen die Hände sich in den Strassen der Stadt, deren leitende Sterne nicht im Meer des Namenlosen leuchten.

Und dann ein Moment, da sich Gewahrsein in die Unendlichkeit dehnt und alles aus tiefstem Herzen umfasst. In jenem Moment sind wir Könige und Königinnen eines gegenwärtigen Herzkönigreichs.

In der" Welt" sind wir Wanderer, ohne Reich, ohne Thron, Wege eröffnend, dass Könige und Königinnen sich krönen im Gewahrsein des Jetzts, um als Diener der Liebe, jedem auf gleicher Höhe, in die Augen des Himmels zu blicken und endlich zu teilen die Wahrheit der Seele, die längst vergessen in der Asche, nach dem Atem des Bewusstseins ringt, und immer noch glimmt, immer noch glimmt, immer noch glimmt...


Aus der Tiefe deiner Seele

eine süsse Stimme klingt,

spinnwebzart und selbstvergessen

sie von fernen Weisen singt.

Sie singt von den Tagen des Sturms,

da der Wind des Sehnens Wellen

gegen die Klippen deines Verstandes schlägt.

Sie singt von den Tagen der Trauer,

da ein geliebtes Schiff

den heimatlichen Strand verlässt.

Sie singt von den Tagen der Reise,

da fremde Pfade dir zu eigen werden.

Sie singt von den Tagen der Heimkehr

in ein Zuhause, das immer in dir war.

Sie singt von blühendem Leben,

das zärtlich deiner Liebe harrt.

Sie singt von den Tagen unendlicher Freude,

einer übersprudelnden Quelle,

die deinem fühlenden Herzen entspringt.

Sie singt von den Tagen der Freundschaft,

da Seele die Seele im andern erkennt.

Sie singt von den Tagen der Liebe,

die ungezähmt der Allgegenwart entweichen,

wie die Stimme, die aus der Tiefe deiner Seele quillt.


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