Lile an Eden ← Zurück

Gedichte

Von Licht und Dunkel, die in uns vereint.

Von Licht und Dunkel,

die in uns vereint.


Schicksal

Manchmal spiel ich mit den Fäden des Schicksals

wie mit einer längst erloschenen Glut.

Weggespült an die Ufer des Nichts

harrt es seiner Erfüllung im Blut.

Die Nornen spinnen in Irgendzeit

die verwundenen Pfade des Seins

Sind sie beschritten?

Sind sie verlassen?

Sind wir gar, sie verlassend,

All-ein?

Entsprechung suchst du

zwischen dir und dem Weg

den einstmals die Nornen gewebt

doch flüstert es leise

durch Zeit und Raum

"Erkenne dich im Lebensbaum.

Die Blätter, sie wachsen

an Zweigen, wie Pfade.

die erst durch dein Gehen entstehen,

suche nicht dir selbst zu entsprechen,

so sind die Blätter des Buches zu sehen.

Nicht rechnen musst du, noch wanken,

dich nicht vergleichend bedanken

für das, was dir aus dem Sein ersteht

.Der es erschreibt und der es erliest

sind nur durchs Vergessen getrennt.

Erleben tut sich dem Schreibenden auf,

indem der Lesende geht

und durch das Gehen das Buch

lebendig im Schreiben ersteht.

Wissen sollst du und vergessen zugleich

so wird sich dir öffnen das ewige Reich.

Das Buch ward nicht im Gestern geschrieben,

nur im Lesen vom Gestern geprägt

aus dem Morgen war es erschienen

das sich aus einem Jetzt erregt.

Müde bin ich die Zeiten zu zählen

wie Schleifen des Haarbands

Kopf-endenden Seins

Es ist geschrieben und nicht geschrieben

denn das Buch ist zeitlos

und gleichzeitig keins.

Die Nornen sind keine Götter mehr,

die zukunftswebend am Spinnrad walten,

Sie sind wie Kinder der Wirklichkeiten

im Raum, den wir ihnen bereiten.

So wurd' ich zum Pfad

und der Pfad wurd' zum Ich

und das Schicksal suchte die Nähe

aus der es entstand

und aus der es verschwand

und endlich hab ich mich in ihm erkannt

So höre in Zeiten der Angst und der Not

wenn du meinst, der Geist sei tot

der dir im Leben Gutes will

Nichts Falsches kann dir geschehen

es kann deinen Weg niemand für dich

und du kannst niemandes Wege gehen.

Denn Der Weg ist in dir, und ist dir gemäss

Erkenne dich selbst als des Schicksals Gefäss.

So ist deine Seele ein Leib der Gedanken,

der Bilder, des Fühlens in der anderen Welt

und bewegt dich, auch ohne dein Wissen

am ewiglich leuchteten einzigen Steg

der dich mit deinem Sein verbindet,

das nicht an Erdenraum geknüpft,

doch stets verwoben mit den Formen,

das es in Raum und Zeit sich sucht.

Manchmal noch spielen wir

mit den Fäden des Schicksals

wie mit einer längst erloschenen Glut

und verlieren die Macht, die uns gegeben

und ertrinken in sinnsuchend,

traumschöpfend Flut.


Wie gefällt dir dieser Beitrag?

🕮 Kommentar hinterlassen