STIMMEN AUS IRGENDZEIT II
Es wird einmal gewesen sein,
dass Vögel übern Himmel ziehn.
Es wird einmal gewesen sein,
dass Kinder vor der Strahlung fliehn.
Es wird einmal gewesen sein,
dass Essen diese Menschen nährt
Es wird einmal gewesen sein,
dass sich der Mensch nach Geld verzehrt.
Im Traum des Fortschrittes gefangen
verliert der Mensch sich selbst im Netz
anstatt das Herz zu aktivieren
will er durchs Digitalisieren
All-Verbundenheit erfahren
die ihn von sich vollständig trennt
Anstatt die Sinne selbst zu weiten
zu erforschen, was tief in ihm verborgen ruht
lässt er Maschinen für sich denken
die fortan seine Schritte lenken
So rennt er blind dem Tode zu
finden wird er dann die Ruh
wenn Fortschritt er als das erkannt
was in dem Worte ist benannt.
Er schreitet von sich selber fort
Findet sich an einem Ort
wo er von Angst und Gier besessen
des Menschen Würde hat vergessen.
Versklavt von eingeredet Bildern
die ihm das Glück im Fortschritt schildern
Er sieht konstant die Umwelt sterben,
erklärt noch freudvoll seinen Erben
dass er doch alles hat gemacht
dass seinem Kind das Glücke lacht.
Das Kind tut sich mit Denken schwer,
mit dem Fühlen umso mehr
Der Atem reicht kaum bis zur Lunge
Von Bäumen kündet alte Zunge
die durchs Vergessen selbst gelähmt.
Verwüstung haust auf dem Planeten
Verwesung und Veränderung
Die Erde wird sich neu erheben
der Mensch steht vor dem Quantensprung.
Wird er am Ende sich besinnen
und mit allen seinen Sinnen
für sich und auch das Leben stimmen,
dass er dem Unheil mag entrinnen
und in die neue Sonne schaut
die ein Bewusstsein hat gebaut
das sich in Liebe hat erkannt
und Leben als Geschenk benannt
das zu ehren es verpflichtet
und so auf Neid und Gier verzichtet
erkennend seine eigne Kraft
die aus der Quelle selbst erschafft?
Erkennt er endlich die Chimäre
einer toten Wirklichkeit
die seelenlos und unverbunden
Wirtschaft übers Leben setzt
und ihn so sehr in Trug vernetzt
dass er, der Sinne fast beraubt
den irren Lügen auch schon glaubt?
Lasst uns fühlen, lasst uns handeln
lasst uns unsere Wege wandeln
dass einstens Stimmen sind zu hören
die in wesenslichten Chören
diese Zeit als Sieg besingen
der herzerleuchtet Menschlichkeit
die aus dunkler Seelennacht
ihre Stimme hat erhoben
und sich selbst als Licht gedient.
Weisend Pfade aus dem Labyrinth
fascher Schöpfung Eitelkeiten
um die Wege zu bereiten
die einer wahren Zivilisation
als ewig leuchtend Vorbild dient.
VERTRAUEN
Finde den Schlüssel, der öffnet dein Herz
verliere dich nicht in erfahrenem Schmerz.
Die Boten der Sonne, sie nahen geschwind.
Die Krone sich öffnet bei stetigem Wind.
Acht auf die Zeichen und folg ihrem Rat.
Die Schatten nun weichen, der Wunsch ist die Saat.
Nicht viel ist zu tun, um im Glücke zu ruhen.
Der Schlüssel heißt Vertrauen,
lass den Weg geschehen.
Auf des Herzens Stärke kannst du bauen,
wenn die Ketten der Angst vergehen.
Aus: Das Buch des Lebens-Der vergessene Mythos der Liebe, Lile an Eden. www.artvisionweb.com
Lass es still sein in dir
wenn die Instrumente deines Verstandes
dir ein Konzert vortäuschen
in leeren Hallen der Wirkscheinheiten
die übervoll von Ängstlichkeiten
das Rauschen des lebendigen Stroms begraben
Lass es weit sein in dir
wenn die Mauern der gedachten Unmöglichkeiten
einander spiegelnd dich erdrücken
und jeder gangbare Ausweg
dich unbewegt am Stand verharren lässt
Lass es atmen dich
wenn Schmerz und Sorge dir die Kehle zudrücken
und das Meer der Möglichkeiten sich erschöpft
zurückgezogen hat, vor der windstillen Schwere
deiner verschwundenen Zukunft
Lass es tragen dich
wenn die Kluft zwischen
Hoffen und Bangen
Vertrauen und Zweifel
Sein und Schein
dich in Tiefen stürzt
deren Zwielicht selbst
um die tiefste Schwärze
wie um die höchste Gnade bettelt.
Lass es mit dir sein
wenn die Einsamkeit dich durchdringt
wie feinster Staub
und sich auf dein Empfinden legt
das von teilnahmslosen Sonnen umgeben
nur die ausgebrannte Leere kennt
Lass es namenlos sein
wenn du einem anderen
in seelennackter Verwundbarkeit begegnest
in der selbst das Universum den Atem anhält
und zwischen den Zügen die Ewigkeit wohnt
Lass dich dich sein
wenn niemand sonst dich sieht
und löse den Blick vom Spiegel
der anderen
Lass es es sein
Lass es
Lass lassen sein
Sei
(c) Lile an Eden, www.artvisionweb.com
Nacht ist's
und lauter
vernehm ich die Rufe
der Seele.
Sie will sich binden,
will dich finden
dich,
dessen Seele
der meinen entspricht.
Ich sah dich in vielen
und viele sah'n mich.
Augen die schauen
im Dunkel das Licht.
Du warst in den Händen,
die mich umfingen,
liebkosender Lippen
zärtlichem Kuss.
Du warst in allen.
Durch all ihre Augen
schautest du mich
in tosendem Fluss.
Manchmal vergass ich
den Einen
zu suchen,
denn ich fand
in den Vielen
den einzigen Blick.
Mein Sehnen fand Heimat
im zeitlosen Tanze
mit dir,
dessen Herz ein Hafen mir ist.
Durch all ihre Augen
konnt' ich dich sehn
und so wie du schautest,
empfand ich im Geh'n
die Liebe zu mir,
die du ewig mir schenkst.
In Ewigkeit du
dieser Liebe gedenkst.
Ich wollte dich fassen,
begreifen in mir.
Ich konnt es nicht lassen
zu öffnen die Tür,
um wieder aufs neue
nach aussen zu gehn
um irgendwo dort
dein Gesicht zu sehn.
Doch war ich es müde,
zu wechseln den Blick,
da es in mir schrie
nach Glück, nach GLÜCK,
das stets im Kleinen
das Grosse erkennt,
den einzigen Einen
beim Namen nennt,
mit dem ich für immer
und ewig vereint
in mir
und um den ich
im Aussen geweint.
Denn du bist Liebe
und Liebe bin ich.
So wie ich dich sehe
so siehst du mich.
Dein Gesicht zu sehen
hinter all den Wehen
mit dir zu verschmelzen
ist möglich nur
wenn ich eins in mir bin
ein leuchtender Stern
der Suche fern
folgend des Wesens eigenem Ruf
da erst erwirst du im Innern mir
und der Schleier fällt zwischen dort und hier
Innen und Aussen sind nicht mehr getrennt
für den, dem der innerste Wunsch erbrennt.
Im Erkennen des Wesens erkenne ich dich
und das Ich im Wir verwirklicht sich
das immer schon war und im Sein erwird
und so die neue Sonne gebiert
aus verschmolzenenen Sternen,
in Liebe vereint,
was im Traume der Zeit
sich getrennt hat gemeint.
Aus dem Wesen zu lieben
als Mensch einen Menschen
ist Tor zu einer Wirklichkeit
die Glückseligkeit atmend, ewigkeitsflüsternd
sternerblüht lebt, jenseits von Zeit.
(c)Lile an Eden, aus dem Zyklus: "Einland", www.artvisionweb.com
Manchmal löst sich in tiefster Nacht
wo Ohnmacht und Angst dich erdrücken
ein glimmendes, schimmerndes Etwas los
um dich aufs neu zu entzücken.
Wenn du nichts mehr weisst
kann etwas geschehen
das jenseits von Wissen
und jenseits von Flehen
gnadenvolle Einsicht bringt.
Dann, wenn dein Blick sich vom Aussen löst
Vergangnes verliert, nicht die Winde vermisst
gleichsam im tiefsten Innersten ist-
und die Schau sich in Hingabe wandelt.
Vertraue dem, was du noch nicht kennst
dessen Wesen sich dir erst erschliesst
das dich beseelt, das in dir brennt
das dich belebend durchfliesst.
Lausche dem Klang vom ewigen Lied
des in Zeit sich wandelnden Raumes
in jedem kleinsten vergänglichen Glied
eines zeitlos sich zeugenden Traumes
Im Lauschen erst, wenn der Blick sich gekehrt
und das Sehen nicht von Gedanken verwehrt
wirst du dir gewahr des einen Reichs
das du auch verkörpert bewohnst
Du durchwanderst es, ohne zu gehen
Du bist es, ohn' es zu sehen.
Wenn du nun dieses Reich geschaut,
den Raum, der nicht von Welt gebaut
und dich mit ihm vermählst
des Raumes Zeit nicht zählst
bist du einer Sonne gleich,
die sich im Licht erkannt
und führst mit liebend Hand
das kleine Ich am Rand der Zeit
in deine leuchtend Wirklichkeit.
Dieser Sonne Widerschein
dringt stets ins eig'ne Herz hinein
auch wenn das Reich du nicht geschaut,
der Stern in dir von Angst verbaut,
ist es das Herz, so licht und rein
das wird der Nacht zur Sonne sein.
Ich wünsche dir Hände
Hände, die die deinen halten und von deinen gehalten werden
Hände, die deine Wange berühren
Hände, die sich auf deinen Rücken legen und dich aufrichten
Hände, die dein Gesicht umfassen
Hände, die dir über den Kopf streichen,
immer und immer wieder
und dir die Spannung nehmen,
die Angst, die Trauer und die Last,
die sich auf dich gelegt hatten.
Hände, die sich wie ein Dach über deine legen,
und dir sagen:
"Du kannst einfach nur sein, du musst nichts tun, ich bin da"
Hände, die deine halten, wenn du geboren wirst, und
Hände, die deine halten, wenn du stirbst
Hände, die sich dir öffnen und mit deinen verschmelzen,
dass du nicht mehr weisst, wo der Finger des einen aufhört
und der des anderen anfängt.
Hände, die sich dir entgegenstrecken, im Vertrauen,
dass ihnen gegeben wird
Hände, in denen du deinen eigenen Herzschlag spürst
Hände, die dich liebkosen
Hände, die deine Wünsche zur Erfüllung tragen
Hände, die feiner sprechen, als es ein Wort je vermochte
Hände, die dir zuwinken beim Abschied und dir sagen
"Wir sehn uns wieder..und es tut weh, dass du gehst,
doch die Freude, dass es dich gibt, trägt mich weiter"
Hände, die du auch dann noch spürst,
wenn der dazugehörige Mensch nicht mehr im Raum ist.
Ich wünsche dir Hände, durch die ein Herz dich liebt...und seien es zuweilen auch deine eigenen...
und.... einen Windhauch der dich zärtlich streift, Lippen, die dich berühren, einen Sonnenuntergang, der deine Sorgen mitnimmt, eine klare Nacht, in der du die Lieder der Sterne hörst. Ich wünsche Dir Tränen, die deinen Schmerz dem Fluss anvertrauen. Ich wünsche dir Blumen, deren Duft dein Herz lächeln lässt. Ich wünsche dir ein warmes Feuer, das deine Zweifel aufnimmt und dich eint. Ich wünsche dir Erde, die dich trägt und ein Licht, das dir Zuversicht gibt. Ich wünsche dir die Fülle des Augenblicks und ich wünsche Dir alles, das dich dir selbst wirklich macht...in Liebe und Schönheit
Und ziemlich genauso spüre ich es seit Jahren.